EINS|EINS|EINS – Magazin
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EINS EINS EINS Magazine, Cover: LANDJÄGER

LANDJÄGER

LANDJÄGER liegt schon bei uns im Magazinregal, seit wir uns das erste Mal auf die Suche nach den besten Magazinen für 111 gemacht und dieses auch zu jener Liste hinzugefügt haben. Das war 2010. Heute nehmen wir das Magazin wieder in die Hand, um dem Format auch einen Platz in unserem neuen Webarchiv zu geben. Da heißt es ganz klar am Anfang: „Der LANDJÄGER liebt dich! Lieb ihn auch.” Bei so viel Leidenschaft, mit nahezu verzweifeltem Unterton, schaut man doch erst einmal nach, ob es das Magazin auch ins Jahr 2014 geschafft hat. Und da ist es. Eine neue Ausgabe für den Mai und zum ersten Mal in Farbe. 
Es geht also weiter mit dem LANDJÄGER und das darf uns froh stimmen. LANDJÄGER ist sicherlich kein Magazin, das relevant ist. Aber es bereitet Freude, weil LANDJÄGER schöne Geschichten erzählt, weil LANDJÄGER weiß, wie sich gutes Papier anfühlt und davon gleich zwei verschiedene Sorten für die vorliegende Ausgabe auswählt, und weil LANDJÄGER eine feinsinnige Fließtextschrift benutzt, für all jene, denen so etwas eben einfach nicht entgehen kann. Eine der schönen Geschichten möchten wir hier aus der Ausgabe zum Thema Selbstfindung übernehmen: 

„Es war in Island vor zwei Jahren. Es war kalt, nass und grausig. Die Männer haben an diesem Tag, bevor sie aufs Meer hinausfuhren, mehr Handcreme aufgetragen als sonst, weil die Haut so schnell aufreißt, durch die hohe Feuchtigkeit und die trockene Luft. Die Frauen bleiben in ihren Häusern, so grausig war es. 
Den Schafen ist prinzipiell das Wetter egal, weil sie ein dickes Fell haben, aber so ein grausiges Gewitterwetter schlägt sogar den Schafen auf die Stimmung und innerhalb der Herde war eine leicht angespannte, depressive Atmosphäre spürbar. Sie waren gelangweilt und das Scheren stand auch schon wieder an. Mit einem Satz: Die ganze Horde war am tiefsten Punkt angelangt.

Sie wollten weg.

Aber wie? Und wo geht eine gelangweilte Schafherde hin?

Sie fingen an zu beten - zum heiligen Antonius - er möge sie Weiden finden lassen, die in ihren Herzen verloren gegangen waren. Und er erhörte sie.

Er schickte Juri Alexejetisch Gagarin, der da „draußen” wirklich schon viel gesehen hatte. Die Herde war außer sich und alle scharten sich um Juri. Sie riefen aufgeregt durcheinander und wollten wissen wohin die Reise geht: „Rüabasteh, Müselnescht, Fast Forsches, Döllnknegall, Mischtuas, Niedergall,igle, Fuxrucka, Falazera, Labom, Habele, Lätschkopf, Kanis, Hinterer, Luschthüsle am Ölberg, Krahkrah, Murbunga, Gurdinetsch, Thurnhof, Schönenwaldspitze, Saurschgbicht, Madrischa?”

Doch Juri sagte: „Schließt eure Augen - wir sind schon da.

*Ihr tragt die Weiden in euch.”