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EINS EINS EINS Magazine, Cover: RABONA

RABONA

Obwohl wir die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 mitverfolgen, können wir dann doch nur mit Halbwissen bluffen, wenn es darum geht, sich über das Spiel tatsächlich auch zu unterhalten. Deshalb müssen wir uns auch erst von Google sagen lassen, dass der Name Rabona seinem Format gerecht werdend natürlich auch aus dem Fußballsport stammt. Dieser bezeichnet einen Schuss, der durch Überkreuzen der Beine ausgeführt wird (das sieht mit fetziger Musik so aus: https://www.youtube.com/watch?v=_0-owAGyNmw).

So viel Stil wie bei diesem Schuss verspricht auch das Magazin. Die vorliegende Ausgabe pünktlich zur Weltmeisterschaft präsentiert sich mit Interviews ehemaliger Spieler (Eusébio, „King of Kings”), aktueller Spieler (Özil, Mata, Kalou, Barkley, Silva) und Trainer (Sabella), aber informiert dann auch durch einen Blick auf nicht weniger maßgebende Dinge, die den Sport begleiten. Zum Beispiel die Technologie und das Design des Balles. Alle Augen sind auf diesen gerichtet, aber dass man sich 1986 in Mexiko bei der Umsetzung des Designs von der mexikanischen Geschichte, Architektur und Wandmalerei hat inspirieren lassen, geht dann doch schnell unter, wenn der Ball erstmal rollt. Oder dass 1994 adidas die Technologie der NASA nutzte, um für die Spiele in den USA einen perfekt spielbaren Ball zu entwickeln, den „Quest for the Stars”. Interessant ist auch eine Darstellung mit 32 Fußball-Reportern aus dem jeweiligen Land über ihre teilnehmende Nationalmannschaft, wo bei der deutschen Nationalmannschaft das Wort „verletzt” betrübend oft auftaucht. Eine großformatige Fotoserie der brasilianischen Mannschaft bringt dann zusätzliche Emotionalität zum Thema. Das vorletzte Kapitel befasst sich mit dem Aufstand gegen den FIFA World Cup in Brasilien und der ägyptisches Fußballmannschaft, die sich für diesen Cup nicht qualifizieren konnte. Im letzten Kapitel gilt es dann Andrés Escobar zu gedenken, der vor zwanzig Jahren nach einem Eigentor im WM-Spiel erschossen wurde. Damit verlässt RABONA das Spielfeld und nimmt die Themen an, die dem Fußball genau so sehr ein Bild geben, wie eben die Mannschaften auf dem Platz.

Magazine kommen und gehen heutzutage in einem schnellen Tempo, aber wir hoffen sehr, dass RABONA über die ersten Ausgaben hinaus bestehen und uns noch lange erhalten bleiben wird. Denn es ist wichtig, wenn die FIFA weiterhin über die Städte rollt und aus ihnen aalglatt poliertes, totes FIFA-Land macht und Geld und Gier das Gesicht des Fußballs weiter verzerren, dass ein Magazin wie RABONA die Seele des wahren Fußballsports aufrecht erhält. Damit alles Gute nach London.