EINS|EINS|EINS – Magazin
VOW HA WAN PAO MUH

EINS EINS EINS Magazine, Cover: TWEN

TWEN

April 1959. Als “Sondernummer 1” erscheint das erste Heft der Zeitschrift TWEN. 104 Seiten, 36,5 mal 27,0 cm im Format. Als im Mai 1971 die fast fertige Juni-Ausgabe nicht einmal mehr zur Auslieferung kommt und das Magazin eingestellt wird, sind 12 Jahre vergangen. Eine Zeit, die von einer Zeitschrift so intensiv aufgemischt, beeinflusst und mitgestaltet wurde, wie das zuvor kein anderes Magazin geschafft hatte.

Ende der 50er Jahre. Als die erste TWEN auf dem Illustriertenmarkt erschien, konnte dieses Magazin keiner eindeutigen Kategorie zugeordnet werden. TWEN war frisch, frech und fröhlich. TWEN provozierte und bestach durch eine völlig neue Optik. TWEN war hemmungslos und laut, voller Lust und Leben. TWEN war anders.

In den ersten Jahren kam das Magazin nicht über 100.000 Stück an Verkaufsexemplaren pro Monat hinaus, aber hinter dieser Zahl verbarg sich dafür ein unerwartet weites Publikum. Trotz der ursprünglich jugendlich adressierten Leserschaft, lag TWEN nicht nur unter der Schulbank, sondern auch in der Schublade des internationalen Art-Directors. TWEN wurde vom westdeutschen Katholiken und dem ostdeutschen Kommunisten gelesen, dem Zahnarzt und der jungen Studentin, die gerade auf seinem Behandlungsstuhl lag.

Das Magazin entpuppte sich schlagartig als einen Ausbruch aus der schläfrigen Ära Adenauers. Es läutete eine Wende ein bzw. begleitete diese lautstark allen voran. Es herrschte ein Aufruf nach einer neuen Zeit und TWEN legte ihren Grundstein und wurde zu ihrer Plattform.

Adolf Theobald und Stephan Wolf waren die TWEN-Gründer. Ihre Wege kreuzten sich in den frühen 50er Jahren beim Betriebswirtschaftsstudium in Köln. Theobald galt als der konzeptionelle Kopf und Wolf als der talentierte Unterhändler und Anzeigenbeschaffer. Bereits Mitte der 50er Jahre hatten sie der lokalen Kölner Studentenzeitschrift “Perspektiven” erstmals zu einem attraktiven Äußeren, einer Auflagensteigerung und mehr Gewinn verholfen. Aus diesem kleinen Blatt machten sie in wenigen Semestern eine Zeitschrift mit 30, 40 Seiten, Kunstdruckumschlag, hervorragenden Artikel und Illustrationen. Ihr damaliges verlegerische Konzept war maßgebend für den späteren Erfolg der TWEN.

Einen oder vielleicht den entscheidenen Beitrag zum TWEN-Mythos und zu großen internationalen Resonanzen leistete noch ein ganz anderer Mann: Willy Fleckhaus. Damals noch 34 Jahre jung, gab er dem Magazin seinen gestalterischen unverwechselbaren Charakter. Und dieser Mann hat einiges geschaffen. Die Polarisierung des Magazins TWEN war vorallem auf seine Gestaltung zurückzuführen. Es regnete dafür an vielen internationalen Preisen. Gleichzeitig landete die TWEN auf dem Index für jugendgefährdende Schriften.

Man liebte dieses Magazin oder man hasste es.
Dazwischen gab es nichts.